Gründerstory

Wie kamst du eigentlich auf die Idee [work] anywhere zu gründen? Bei einer Flasche Rotwein :)


Hinzuzufügen ist dem allerdings, dass ich dieses Glas Rotwein nicht einfach so zu Hause getrunken habe, sondern bei meiner dritten workation. Nach einem Aufenthalt in Dänemark (1 Woche kite + work + hygge) und einem weiteren in München (1 Woche work + hike + Weißbier), ginge es im Januar 2021 für 3,5 Wochen nach Fuerteventura (work + kite + start-up). Ich dachte schon immer, warum nicht das home office woanders hin verlegen? Nicht lang fackeln, sondern Verbündete finden und schnell gemeinsam buchen.


Schnell buchen? Denkste!


Hemmnis 1: Die Buchung. Wir sind die bekannten bnb und booking-Anbieter durchgegangen und waren zögerlich. Ist das Internet stark genug für zoom-Calls? Habe ich einen zweiten Raum für ebensolche? Ist die Küche gut genug ausgestattet? Wo Wäsche waschen, an welchem Tisch arbeiten? WIR HABEN 16 STUNDEN GESUCHT, Anbieter angeschrieben und nachgehakt, Preise verglichen und so weiter. Am Ende haben wir trotz allem das Handy-Internet zeitweise anzapfen müssen und das Apartment einmal gewechselt. Auch in Apartment Numero 2 musste ein Holzstuhl herhalten und für calls ging es aufs Bett. Ergonomisch ist anders. Da dachte ich mir: das geht auch besser!


Hemmnis 2: Was ist mit dem Arbeitgeber? Mein Bruder war im home office und bei ihm ist work anywhere gemäß Firmenpolicy erlaub; ich leitete ein größeres Team in einem Startup und habe einen weiteren Mitarbeiter erwartet. Arbeiten von Fuerte aus im Vorhinein bekanntgeben könnte dazu führen, dass es heißt "wir arbeiten hier und der chillt am Strand." Also: Erstmal nichts sagen und work anywhere A/B testen, Arbeitsstunden und Produktivität tracken und die erste case study machen.* Meine Mission: nicht nur den Buchenden, sondern auch seinen Arbeitgeber überzeugen.


Zu einem guten Geschäftsmodell gehört aber auch die Seite der Apartmentanbieter: Eine von drei Ferienwohnungen in Deutschland hat kein W-Lan, mehr 80% der Hotels an Urlaubsorten bieten Internetempfang nur in der Lobby, die Auslastung der Ferienwohnungen in Europa in der Nebensaison beträgt im Durchschnitt 23% und Vermieter lieben Langzeitmieter ohne Kids, die schonend mit ihrem Eigentum umgehen.


Sieht gut aus, dachte ich mir - Cheers ;)




*By the way, die Produktivität ging nicht runter, sondern rauf: die Effizienz nahm zu - ich wollte schließlich in die Sonne - und trotz 25 Grad habe ich die für meinen Arbeitgeber ganz normale 50-Stunden-Woche geleistet. Der einzig schwache Morgen war der nach der Flasche Rotwein. Ich habe nach den 3,5-Wochen auf Fuerte im Team gefragt, ob jemand die Veränderung meines Arbeitsortes gemerkt hat - denkste :) That's a case study!